In Zeiten des mit dem demografischen Wandel verbundenen Mangels an qualifizierten Angestellten ist ein Unternehmen darauf angewiesen, sich selbst als Arbeitgeber positiv auf dem Bewerbermarkt zu positionieren. Dabei stehen dem Unternehmen die Instrumente des klassischen Marketing zur Verfügung. Anders als dort geht es aber nicht darum ein Produkt oder eine Dienstleistung zu präsentieren, sondern die eigenen Arbeitgeberqualitäten. Dieser Prozess des Herausarbeitens einer Arbeitgebermarke ist das Employer Branding.

Internes Employer Branding – die Belegschaft zufrieden stellen

Bevor das Employer Branding nach außen kommuniziert werden kann um neue Bewerber anzulocken, ist es wichtig, den Prozess intern auszurichten um erst einmal festzustellen, welche Werte das Unternehmen überhaupt vertritt und auch lebt. Dafür werden die Mitarbeiter in engen Kommunikationsprozessen dazu angeregt festzuhalten, was das Unternehmen als Arbeitgeber auszeichnet und wo Raum für Verbesserungen ist. Dadurch werden die Arbeitnehmer in die Faktoren Unternehmensumfeld, Firmenkultur und Personalführung mit eingebunden.

Vor allem beim Unternehmensumfeld kann eine Firma vom Input des Arbeitnehmers profitieren. Eine positive Arbeitsatmosphäre kann zum Beispiel durch die Modernisierung der technischen Arbeitsgeräte oder die Verschönerung des Arbeitsplatzes erreicht werden. Wenn sich der Angestellte in den Räumlichkeiten des Unternehmens wohl fühlt, wird er effektiver arbeiten mit einem geringeren Stresslevel. Ebenso zur Steigerung der Effektivität tragen bei der Personalführung flache Hierarchien bei. Da Angestellte heutzutage oftmals Spezialisten auf ihrem Gebiet sind, ist ein Austausch auf Augenhöhe mit dem Vorgesetzten wichtig um ohne lange Entscheidungswege schnell gute Lösungen entwickeln zu können. Auch die Firmenkultur sollte sich mit den Werten der Mitarbeiter decken. Wenn ein Angestellter die Firmenphilosophie wertschätzt, identifiziert er sich mit seinem Unternehmen. Ein Wir-Gefühl entsteht.

Ein Mitarbeiter, der sich mit seiner Firma identifiziert und mit den Arbeitsbedingungen sowohl auf der Personalführungsebene, wie auch im Unternehmensumfeld zufrieden ist, wird dem Unternehmen lange erhalten bleiben und eine hohe intrinsische Arbeitsmotivation entwickeln. Darauf zielt das interne Employer Branding ab. Er wird ferner auch einen Beitrag zum externen Employer Branding leisten, wenn er sein positives Bild vom Unternehmen aktiv nach außen trägt.

Das Zusammenspiel mit dem externen Employer Branding

Das externe Employer Branding setzt am internen Employer Branding an. Alle Maßnahmen einer Firma die Arbeitsbedingungen zu verbessern, vermittelt es auf verschiedenen Kommunikationskanälen an potenzielle Bewerber. Dabei sind die zufriedenen Mitarbeiter die besten Markenbotschafter der Employer Brand. Sie können über Netzwerke wie LinkedIn oder Xing anderen Leuten von Ihren Erfahrungen berichten. Dieser Insiderbericht ist für viele potenzielle Bewerber glaubhafter, als die vom Unternehmen vermittelten Benefits. Die Folge: Er bewirbt sich eher auf den Rat eines Angestellten hin, als auf die Versprechen der Unternehmenswebsite. Damit sorgt internes Employer Branding für den gewünschten Synergieeffekt, da der Angestellte im Unternehmen bleibt und geleichzeitig neue Fachkräfte rekrutiert.

Beispiele für gutes internes Employer Branding

Die Vorreiter guter interner Employer Branding Strategien kommen aus den USA. Vor allem der Internet-Riese Google hat früh erkannt, dass er die Produktivität seiner Angestellten mit einer Verbesserung der Arbeitsumgebung steigern kann. Neben den bunten Büros mit Tischfußball, und Massagesesseln ist es vor allem die Vertrauensarbeitszeit, welche die Mitarbeiter trotz des hohen Leistungsdrucks zu Höchstleistungen anspornt. Auch der Beliebtheit des Unternehmens tut der Leistungsdruck damit keinen Abbruch. Google zählt nach wie vor als der beliebteste Arbeitgeber weltweit.

Aber gute Arbeitsbedingungen kann auch eine Firma mit geringerem Bekanntheitsgrad erreichen. Bei der in München ansässigen MaibornWolff GmbH sind die Büros zwar auch mit der neusten Technik ausgestattet, aber hier ist es vor allem die Berücksichtigung individueller Wünsche und das kollegiale Verhalten der Vorgesetzten, die das IT-Unternehmen laut kununu.de zum Arbeitgeber mit den besten Arbeitsbedingungen in Deutschland macht.

Fazit

Internes Employer Branding ist der Grundstein für eine zufriedene Belegschaft, die effektiv arbeitet und dem Unternehmen lange erhalten bleibt. Wichtig dabei ist, dass man die Entwicklung der Employer Brand sorgfältig vornimmt und die Mitarbeiter in diesen Prozess einbezieht. Nur auf diese Weise kann eine wahrheitsgetreue, ganzheitliche und konstante Firmenphilosophie entstehen, mit der sich die Arbeitnehmer identifizieren und die sie nach außen tragen.

 

Employer Branding mit Herz – dafür steht die Agentur Junges Herz. Jakob Osman ist Autor dieses Beitrags und schreibt regelmäßig in seinem Blog Personalmarketing-Nerds.de über Themen aus der Welt des Arbeitgebermarketings.

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